Tunzenberg

Die ehemalige Gemeinde Tunzenberg mit ihrem schönen Schloss liegt in einem romantischen Waldwinkel südlich der Straße Dingolfing-Straubing und ist von dieser Straße aus (gleich hinter Mengkofen) auf einer Nebenstraße nach etwa 2 km zu erreichen. Die Grundfläche der ehemaligen Gemeinde betrug 1962 etwa 1024 ha. Die wichtigsten Betriebe waren das Schlossgut und die Schlossbrauerei, die 1729 errichtet wurde.

Die geschichtlichen Urkunden der Hofmark Tunzenberg sind zum Teil wahrscheinlich durch Brand vernichtet worden, zum anderen Teil wurden sie vom Gemahl des letzten Freifräuleins von Lerchenfeld auf Tunzenberg nach Österreich mitgenommen. Die erste Gutsherrschaft, die sich urkundlich nachweisen läßt, ist das Geschlecht der Tuntzen (1164 - 1454). Sie nannten sich nach ihrem Besitz, dem Tuntzenberg. Im Laufe der folgenden Jahrhunderte wechselte die Hofmark des öfteren den Besitzer, bis 1832 das Schlossgut vom Gutsherrn von Mengkofen, dem königlich bayerischen Regierungsrat und Assessor Julius von Niethammer erworben wurde. Die Erbin Paula von Niethammer heiratete anfang des 20. Jahrhunderts den Oberstleutnant Eugen von Haniel. Aus Pietät wurde der Name Niethammer beibehalten weswegen die neue Herrschaft auf Tunzenberg „von Haniel-Niethammer” heißt.

1942 übernahm der Sohn Dr. Fritz von Haniel-Niethammer das Gut und gab es 1958 an seinen Sohn Dr. Ruprecht von Haniel-Niethammer weiter. Der Gesamtbesitz wurde 1990 verkauft und in der Folgezeit zerstückelt. Jetziger Schlossherr ist Alfons Aigner.

In seiner Stille und Abgeschiedenheit war das Tunzenberger Schloß einer der schönsten Gutsherrensitze Niederbayerns. Zu Beginn des letzten Jahrhunderts wurde das Schloss gründlich restauriert. Es wurde modernisiert, bekam einen neuen Dachstuhl und der Turm der Schlosskirche wurde mit Zinnen gekrönt.

Das Kirchlein im Schloss wurde 1720/21 von Franz Maximilian Freiherrn von Scharpfseed erbaut, dem damaligen Gutsherrn von Tunzenberg. Es wurde am 4. Juli 1722 durch den Weihbischof von Regensburg Godefridus eingeweiht. Patron der Kirche ist der hl. Josef. Das Altarbild zeigt die heilige Familie von Nazareth. Der Kreuzweg wurde im Jahre 1754 errichtet, die Kanzel im Jahre 1858 angebracht.

In den Glasschreinen beiderseits des Hochaltars ruhen zwei heilige Märtyrer aus Rom: der hl. Valerius, gemartert im Jahre 147 in Rom, und der hl. Longinus, gleichfalls in Rom gemartert. Der Erbauer der Kirche hat diese beiden heiligen Leiber nach vielen Bemühungen hierher gebracht.